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PERSÖNLICHE ERFAHRUNGEN: MIMIK

Eine Ausstellung des Kunstvereins Friedrichshafen

Claudia und Julia Müller (*1964 / *1965) gehören zu den wichtigsten Vertreterinnen der aktuellen Schweizer Kunstszene. Sie waren unter anderem mit Einzelausstellungen im Nationalmuseum Reina Sofia in Madrid, im Kunstmuseum Thun, im Württembergischen Kunstverein Stuttgart, im Museum für Gegenwartskunst Basel, im Kunstverein Graz und im Bonner Kunstverein vertreten.
Seit 1992 arbeiten die Schwestern gemeinsam, beide leben in Basel.

Für den Kunstverein Friedrichshafen haben Claudia und Julia Müller ein Gesamtkonzept entwickelt, das den Blick auf wandfüllende Bilder von bewegten Gesten lenkt und das Betrachterpublikum mit einer eigenen Architektur konfrontiert, die sich auf die Spielkultur mit Hoolah-Hoop-Reifen bezieht. Dabei geht es um die kulturelle Konditionierung von Verhaltensmustern, Rollenspielen, Gestik und Mimik. Was im Einzelbild zunächst als individueller Ausdruck erscheint, erweist sich in der Gesamtwirkung als ein Alphabet menschlicher Codes und Ausdrucksmittel.
Dieser sinnlichen, plakativen Bildwelt steht ein Mikrokosmos kleinformatiger Zeichnungen gegenüber. Ihr Thema ist die Rekonstruktion und Manipulation von Natur im Sinne des Menschen. Sind wir wirklich das Maß aller Dinge? Oder kompensieren wir unsere körperlichen, sozialen und emotionalen Unzulänglichkeiten durch die Schaffung einer neuen Welt, die über unseren Verlust an natürlichen Fähigkeiten hinwegtäuschen soll? Fotos von gebauten Anlagen in zoologischen Gärten, Kinderspielanlagen im öffentlichen Raum und individualistische Hippiearchitektur bilden den Ausgangspunkt für diese Beschäftigung und zeigen sie aus einem veränderten Blickwinkel. Gibt es Ähnlichkeiten in diesen Spiel- und Wohnformen?
Was passiert, wenn der Mensch den natürlichen Spielraum kopiert? Welches Verhalten zeigen Tiere oder Menschen darin?
Die von Claudia und Julia Müller entwickelten Zeichnungen und Installationen befassen sich mit den auf dieser Basis entstandenen kulturellen und ästhetischen Rahmenbedingungen. Bilder von Menschen und Tieren werden architektonischen Strukturen gegenübergestellt und bilden so ein biologisches und gesellschaftliches Gesamtbild. Das daraus entstehende Puzzle verweigert sich jeder erzählerischen Qualität. Was es uns vermittelt, ist die Möglichkeit, die eigene Weltsicht und Ästhetik gerade im Verhältnis zu anderen Lebensformen zu überprüfen und neu zu denken.

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Laufzeit der Ausstellung:

22. März bis 24. Mai 2009

Eröffnung: Sonntag, 22.3.2009, 11 Uhr

 

Kontakt:

Kunstverein Friedrichshafen
Buchhornplatz 6
88045 Friedrichshafen
Kuratorin: Dr. Andrea Jahn

Tel. (07541) 21950

Fax (07541) 34206

www.kunstverein-friedrichshafen.de