Benedikt Hipp im Interview zu Kult! Legenden, Stars und Bildikonen

Benedikt Hipps Werk speist sich aus facettenreichen Einflüssen der Volkskunde, Religion, Archäologie und Popkultur. In dem Video Treatment of 15 – 18 gram, (pneumopathologic studies) wird ein totes Rotkehlchen immer wieder durch Wachs gezogen. Als Teil eines rituellen Prozesses wird die Handlung so lange wiederholt, bis der Vogel vollständig mit Wachs umhüllt ist. Weitere Prozesse der rituellen Transformation greift Hipp auch in seiner Wandinstallation Idole auf. Zu sehen sind kykladisch anmutende Figuren, die von den Verpackungen verschiedener mit Comichelden versehenen Kinderzahnbürsten abgegossen wurden. Als Kultobjekte sind sie vor einer Wand mit Holzpanelen angebracht, die dem Altarraum einer Amsterdamer Kirche entnommen wurden, die zum Abriss stand. Bei Erratic block handelt es sich um einen rätselhaften Stein im Ausstellungsraum, der Assoziationen an kultische Orte mit steinernen Findlingen hervorruft. Dem Findling gegenüber positioniert der Künstler einen Epoxyd-harz-Abguss einer Augenvotivgabe. Er thematisiert so Wahrnehmung als wechselseitigen Prozess des Sehens und Zurückblickens und verweist damit auf die menschliche Identifikation mit den Objekten und deren kultische Trägerrolle. Benedikt Hipp verknüpft verschiedene Dimensionen des Kults: Profane und religiöse Rituale verbinden sich mit heidnischen Kultorten und verschmelzen Elemente der Populärkultur mit Zitaten aus der Kunstgeschichte.

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