Olaf Otto Becker
Broken Line
04. September - 18. Oktober 2009

northbound – nach Norden. Mit dieser Vorgabe erkundete Olaf Otto Becker auf mehreren Reisen von 2003 bis 2006 die Westküste Grönlands auf einer Gesamtstrecke von fast 4.000 Kilometer. Bewusst anlehnend an fotografische Expeditionen des 19. und 20. Jahrhunderts, hielt er die bereits arktisch geprägten Landschaftsszenerien vor Ort mit einer 8 x 10 inch Großformatkamera fest. In selbst gewählter Einsamkeit gelang es dem Fotografen, mit einem Schlauchboot fast den 75. Nördlichen Breitengrad in der Melvillebucht zu erreichen.

Die großformatigen Farbaufnahmen, die bei der Dokumentation des zum Großteil lebensfeindlichen Küstenabschnitts entstanden sind, stehen bewusst in der Tradition des großen stillen Bildes. Sie sind ausnahmslos in der Nachtzeit entstanden. Melancholie, Erhabenheit und ein subtiles Moment von Abwesenheit prägen die Grundspannung der Landschaftsporträts, die in ihrer ästhetischen Anlage betont altmeisterlich anmuten. Oftmals enthalten die Bilder aber auch zivilisatorische Relikte der Inuits, der eskimoischen Volksgruppe, die seit rund tausend Jahren die grönländische Westküste besiedelt haben. Im Zusammenklang loten die Fotografien von Olaf Otto Becker das zutiefst fragile Verhältnis von Mensch und Natur in einem nordischen Grenzbereich aus.

Das im Hatje-Cantz-Verlag produzierte Photobuch "Broken Line" wurde gleich nach seinem Erscheinen mit einem der Preise für das schönste deutsche Photobuch ausgezeichnet.