Marco Schuler
Suchmaschine
29. November - 05. Januar 2003

Mit der Ausstellung „Suchmaschine“ von Marco Schuler setzt das Zeppelin Museum innerhalb seiner Grenz-Raum-Ausstellungen die Reihe von Präsentationen junger Kunst fort. Marco Schuler wird nicht zum ersten Mal in Friedrichshafen tätig. Im Jahr 2000 zeigte er im Rahmen der Aktion „Abgehoben“ des Stadtforums an der Hausfront des Hotels „Goldenes Rad“ zwei Großphotos, die die bekannte Architektur neu akzentuierten. Für das Zeppelin Museum hat Marco Schuler nun eine einfache Holzskulptur geschaffen, die zu einer veränderten Wahrnehmung des bekannten Raumes führt. 

Obwohl der 30-Jährige Marco Schuler sein Studium als Meisterschüler von Prof. Olaf Metzel erst 2001 an der Akademie der Bildenden Künste München abgeschlossen hat, reicht die Liste seiner Ausstellungen schon in die Mitte der 90er Jahre zurück. 1996 erhielt er den ZDF-Kleinplastikpreis und nahm noch im gleichen Jahr an der von Künstler Leni Hofmann kuratierten Nürnberger Ausstellung „Nahverkehr“ teil. 1999 war sein Werk „Schöpfung“ im Diözesanmuseum Freising zu sehen und ein Jahr später sein Werk „ins“ im Haus der Kunst in München. 2001 war er mit einem „Artkino“ auf der Art Frankfurt vertreten bevor der für sechs Monate mit einem DAAD-Projekt-Stipendium nach Los Angeles / USA aufbrach. Anfang diesen Jahres war Schuler mit Werken in der Villa Merkel in Esslingen zu sehen und hatte im Kunstverein Immendingen seine erste Einzelausstellung.

Das Werk von Marco Schuler lässt sich kaum in eine der bekannten formalen Gattungsschubladen stecken, weil er gleichermaßen auf den Gebieten Video, Photo, Architektur und Skulptur tätig ist. So ist er in Friedrichshafen nicht nur durch die genannten Photos bekannt geworden, sondern auch durch den Entwurf eines vor der Uferpromenade im Bodensee schwimmenden Hauses.

Für den Grenz-Raum hat Schuler nun eine Skulptur geschaffen, in der er das Verhältnis von der schnellen formentwerfenden Geste und der gebauten Form untersucht. Entstanden ist dabei eine abstrakte Form, die den Raum in seiner gesamten Höhe einnimmt. Der geschützte und beschützende Innenraum beginnt so seinen Charakter zu wechseln und unter der Kraft der Skulptur zu bersten; die Proportionen von Hülle und Innenleben scheinen sich zu verschieben. Dadurch erzeugt Schuler eine Spannung, die ganz im Gegensatz zu den – gerade Heimwerkern – bestens bekannten Materialien steht: Konstruktionskanthölzer und Panelbretter.