Andreas Feininger
Industriefotografie in Amerika
23. November - 24. Februar 2013

23. November 2012 bis 24. Februar 2013 


Am Bauhaus in Weimar absolvierte Andreas Feininger (1906 - 1999) zu Beginn der zwanziger Jahre eine Ausbildung zum Kunsttischler. Im Anschluss, studierte er Architektur an den staatlichen Bauschulen in Weimar und Zerbst. In dieser Zeit entwickelte sich sein Interesse für Fotografie. Nach Abschluss seines Studiums arbeitete er als Architekt in Hamburg und für kurze Zeit in Paris bei dem berühmten Architekten Le Corbusier. Als ihm in Frankreich die Arbeitserlaubnis entzogen wurde, ging er 1933 nach Stockholm. Mit Ausbruch des Zweiten Weltkriegs emigrierte Feininger nach New York. Dort arbeitete er zunächst als freischaffender Fotograf, wurde aber bereits 1943 als Bildredakteur beim LIFE-Magazin angestellt. Nachdem er das Magazin 1962 verließ, veröffentlichte er zahlreiche Fotolehrbücher, die inzwischen zu den Standardwerken der Fotografie zählen.

Andreas Feiningers Werk ist von zwei großen Themenkomplexen bestimmt: Stadtansichten und Naturmotive. Das Zeppelin Museum zeigt die Gruppe weniger bekannter, gleichwohl aber bedeutender Fotos von Industriemotiven, die im Auftrag des Office of War Information und LIFE entstanden.

Von den riesigen Anlagen einer Stahlfabrik in Utah bis zu den schimmernden Kurbelwellen eines Flugzeugherstellers in Connecticut zeigt Feininger den großen Umfang, die Schönheit und Produktionskraft der amerikanischen Industrie. Neben den Ölfeldern mit hölzernen Bohrtürmen, Staudämmen und dunklen Stollen eines Steinkohlebergwerks widmet sich Feininger auch den Frauen und Männern an den Maschinen. Close-ups fangen die geschickten Hände und die intensive Konzentration der Arbeiter ein, die die verschiedenen Güter herstellen.

Feiningers Aufnahmen dokumentieren technische Anlagen und Prozesse in zahlreichen Betrieben der 1940-60er Jahre, die heute so kaum noch vorzufinden sind. Mit seinem geübten Auge und Gespür für Architektur und Technik, für Strukturen und Formen ruft er Bewunderung und Staunen über den Reiz des industriellen Prozesses hervor und zeigt, dass die oftmals getrennt voneinander betrachteten Aspekte von Technik und Kunst auf beispiellose Art und Weise miteinander verbunden sind.

Eröffnung der Ausstellung: 22. November 2012, 19 Uhr