Max Ackermann: Der Motivsucher.
130 Werke zum 130. Geburtstag
08. Dezember - 08. April 2018

Anlässlich des 130. Geburtstags von Max Ackermann (1887–1975), der als bedeutender Wegbereiter der abstrakten Malerei gilt, widmet das Zeppelin Museum dem Künstler eine große Ausstellung. 130 Werke geben einen umfassenden Einblick in das vielfältige Schaffen.

„Ich kann alle Stile“, stellt Max Ackermann in den 1960er Jahren rückblickend und ohne jeden Selbstzweifel fest. Das Werk des Künstlers ist überraschend divers und spannt sich vom Jugendstil über die Neue Sachlichkeit bis hin zur abstrakten Malerei. Es zeigt einen Künstler, der stets auf der Suche war: nach Motiven und vor allem nach möglichen Stilen. Dieser Stilpluralismus zieht sich durch sein ganzes Werk, so arbeitete Ackermann gleichzeitig abstrakt und gegenständlich. Erst im Spätwerk widmet er sich ausschließlich der Abstraktion.

Die Rolle des immer Suchenden bestimmt sein ganzes Leben. Geboren in Berlin, beginnt er zunächst ein Studium in Weimar bei Henry van de Velde, bis er dieses 1907 abbricht. Dann zieht er weiter nach Dresden in die Zeichenklasse von Richard Müller. 1909 wechselt er nach München in die Malklasse von Franz von Stuck, um dann nach Zwischenstationen in Frankfurt am Main und Ilmenau 1911 nach Stuttgart zu gelangen, wo er sich dem Kreis um Adolf Hölzel anschließt, der ihn nachhaltig beeinflusst.

Ackermann setzt sich mit alternativen bzw. spirituellen Lebensformen auseinander, die sozialreformerische Ideen entwickeln. So schließt er sich 1914 der Wandervogel-Bewegung an und lebt 1930 für kurze Zeit auf dem Monte Verità. Jenseits von Staat und Kirche wird hier eine freie Entfaltung des Menschen ermöglicht, die zahlreiche KünstlerInnen anlockt.

Der Erste Weltkrieg ist formal und inhaltlich ein Einschnitt im Werk von Ackermann. Er widmet sich künstlerisch verstärkt den politischen und wirtschaftlichen Umbrüchen der Zeit und sympathisiert mit kommunistisch-anarchistischen Gruppierungen. Es entstehen zahlreiche neusachlich geprägte Werke. Während der nationalsozialistischen Herrschaft wird Ackermann als „entarteter Künstler“ diffamiert. Von 1933 bis 1957 lebt er am Bodensee und gehört neben Otto Dix und Erich Heckel zu den Höri-KünstlerInnen.

Zeitlebens widmet sich Ackermann dem Ideal eines Gesamtkunstwerks. So verbindet sich in seinen Arbeiten Malerei mit Musik, Tanz und Architektur. Vor allem zahlreiche Bezüge zur Musik ziehen sich wie ein roter Faden durch seine Werke. Sein Leben lang verfolgt Ackermann die Idee eines Kultbaus, der verschiedene Disziplinen miteinander vereint.

Das Spätwerk ist vor allem durch abstrakt-geometrische Kompositionen geprägt, welche die Bildzyklen Überbrückte Kontinente und Hymnen auszeichnen. Diese Werke sind bis heute das Markenzeichen von Ackermann, der als abstrakter Maler bekannt wird.

Die Ausstellung Max Ackermann: Der Motivsucher präsentiert 130 Werke, die sich in der Sammlung des Zeppelin Museums befinden und durch Leihgaben ergänzt werden. Mit Arbeiten aus allen Schaffensphasen wird die Vielfalt seines Werks sichtbar und kritisch beleuchtet.