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FRANZ RADZIWILL - MYTHOS TECHNIK

Laufzeit: 19. Oktober 2001 bis 20. Januar 2002

Als Jugendlicher erlebte Franz Radziwill den Absturz des damals berühmten Piloten Karl Buchstätters mit. Es war ein Schlüsselerlebnis für den jungen Radziwill, weil er, der begeistert war von den technischen Neuerungen seiner Zeit, miterleben mußte, wie die Technik Menschenleben forderte. Trotzdem sollte aber auch weiterhin die Faszination gegenüber der Skepsis, der Glaube an das nur Positive und Gute einer technischen Welt gegenüber den Vorbehalten und Fragen nach dem dafür zu zahlenden Preis überwiegen.

Erst später, nach dem zweiten Weltkrieg, gelang es dem dann schon 50jährigen, das ganze Ausmaß einer Geisteshaltung zu erfassen, die kennzeichnend war, für die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts. Nie zuvor war ein Jahrhundert in vergleichbarer Weise vom technischen Fortschritt bestimmt worden: Dem Bauhaus war er ästhetische Maxime, den Militärs in beiden Kriegen Grundlage für ihr zerstörerisches Handeln und der Generation nach dem letzten Krieg Sinnbild für Wohlstand und Modernität. So konnte es geschehen, daß, während für die Mehrheit nun die Jahre des sogenannten Wirtschaftswunders anbrachen, Radziwill zu der Überzeugung kam, daß Technik – auch in Friedenszeiten – eher die menschliche Aggression zu potenzieren vermag denn Menschen vor ihr zu schützen.

Um diesen Wandel dokumentieren zu können, werden die rund 60 Arbeiten nicht nur in chronologischer Folge präsentiert, sondern auch mit anderen Technikvisionen aus den jeweiligen Epochen kontrastiert. So werden den Werken der Jahre 1920 bis 1930 Szenen aus dem epochalen Film "Metropolis" gegenübergestellt, den Fritz Lang 1927 fertigstellen konnte. Den Gemälden der Jahre 1930 bis 1945 steht der erste deutsche Science-Fiction-Film – "Weltraumschiff I startet" – aus dem Jahre 1939 gegenüber. Und die Bilder des Skeptikers der Jahre nach 1945 kontrastieren originale Kinowerbespots der 50er und 60er Jahre, in dem der gestreßte Mensch jener Tage alle technischen Hilfsmittel fand, die ihm in Zukunft sein Leben leichter machen sollten.

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