Bei der Aufarbeitung der Luftschiffgeschichte wurde den nicht realisierten Projekten bisher nur wenig Augenmerk geschenkt. Zahllose mehr oder weniger konkrete Bauvorhaben und Projekte konnten aus technischen, wirtschaftlichen oder militärischen Gründen nicht verwirklicht werden oder entpuppten sich als unrealisierbare Irrwege.

Angefangen vom lenkbaren Luftzug Graf Zeppelins über zahllose nicht gebaute Passagier- und Militärluftschiffe in Deutschland, den USA, Großbritannien und anderen Ländern spannt sich der Bogen bis hin zu der Zeit nach 1945. Auch in der Nachkriegszeit erlahmten die verschiedensten weltweiten Bestrebungen zu einer Wiederaufnahme des Luftschiffbaus nie vollständig. Immer wieder gingen Meldungen von mehr oder weniger fundierten Projekten durch die Medien, in denen sich häufig auch die mit der Faszination Luftschiff verknüpften Vorstellungen von einer "besseren Welt" verbanden.

Neben eher traditionellen Entwürfen findet sich in dieser Zeit eine Bandbreite von völlig unkonventionellen Luftschifformen bis hin zu fantastischen Träumereien. Die Ausstellung präsentiert erstmals einen ausgewählten Teil solcher Schubladenentwürfe und ihre Urheber und stellt sie in die mentalitätsgeschichtlichen Zusammenhänge ihrer Zeit. Neben einem wichtigen Aspekt der Technikgeschichte entsteht so ein Kaleidoskop der mit Luftschiffen verknüpften Ideen, Visionen, Wünsche und Träumereien sowie der vielfältigen Gründe ihrer Nichtverwirklichung.
Ein Katalog begleitet die Ausstellung.