Inhaltsverzeichnis:
2. Ballonfahrt
3. Donnerstagabend im Zeppelin Museum
4. Kunstfreitag
6. Öffentliche Führung für Einzelbesucher
Neue Ausstellung im Grenz-Raum:
„Kühne Konstruktionen“
Die Luftschiffpioniere Georg Baumgarten und Friedrich Wölfert
Eröffnung: 22. Juli, 19 Uhr
Die Entwicklung eines lenkbaren Luftschiffes war das Ziel, auf das der sächsische Oberförster Georg Baumgarten und der Leipziger Buchhändler Friedrich Wölfert viele Jahre beharrlich hinarbeiteten.
Unbeirrbar widerstanden sie Rückschlägen und finanziellen Engpässen ebenso wie harscher Kritik und Anfeindungen. Baumgarten gelang schließlich die Entwicklung einer Innenaufhängung der Gondel und einer festen Verbindung von Hülle und Gondel. Wölfert stieg im August 1888 als Erster mit einem Luftschiff auf, das von einem Benzinmotor angetrieben wurde.
Doch die glücklosen Forscher endeten tragisch: Baumgarten wurde wegen der leidenschaftlichen Verfolgung seiner Ideen für verrückt erklärt. Wölfert kam 1897 beim Absturz seines Luftschiffes in Berlin ums Leben. Die beiden gerieten daraufhin in Vergessenheit.
Dies möchte die Ausstellung im Grenz-Raum des Zeppelin Museums nun ändern. Sie zeigt Modelle, Bilder und Zeichnungen der Luftschiffe und stellt ihre waghalsigen Erfinder vor. Ein Prunkstück der Ausstellung ist ein letztes Originalteil eines Wölfert-Luftschiffes, ein Propeller.
Dauer der Ausstellung: 23. Juli bis 26. September 2010
Ihre Ansprechpartnerin:
Friederica Ihling M.A.
Volontärin der Zeppelinabteilung
ihling(at)zeppelin-museum.de
Tel.: +49 (0) 7541-3801-23
Fax: +49 (0) 7541-3801-81
„Eduard Spelterini – Fotografien des Ballonpioniers“
bis 29. August 2010
Eduard Spelterini, geboren 1852 als Eduard Schweizer in Bazenheid/Toggenburg, gehörte in den beiden letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts zu den Pionieren der Ballonfahrt und machte mit spektakulären Aufstiegen in ganz Europa von sich reden. 1898 schrieb Spelterini Luftfahrtgeschichte, als er mit seinem Ballon Wega als Erster die Alpen überquerte. Bis zum Ersten Weltkrieg unternahm er neun weitere Alpenüberquerungen, aber auch Fahrten über der ägyptischen Wüste und in Südafrika.
Auch Graf Zeppelin schätzte Spelterinis außergewöhnliche Fähigkeiten als Ballonfahrer und machte ab 1893 einige Fahrten mit ihm, um Erfahrungen in der Handhabung dieser Luftfahrzeuge zu sammeln. Nach 1900 unterstützte Graf Zeppelin Spelterinis Alpenfahrten durch das Ausleihen von Gasflaschen für den aufwändigen Transport des Traggases zu den Startplätzen.
Seit 1893 begann Spelterini, während seiner Fahrten aus dem Ballonkorb heraus zu fotografieren, um seinem Publikum in Lichtbildervorträgen den Blick auf die Welt mit den Augen des Ballonfahrers zu vermitteln.
Diese Perspektive war damals noch völlig neu; Luftaufnahmen galten als Sensation, und Spelterinis Fotografien trugen dazu bei, den Blick von oben zu etablieren. Der Fotopionier Spelterini erhielt zahlreiche Aufträge für wissenschaftliche und kartografische Zwecke. Seine fototechnisch hochwertigen, präzisen Bilder haben aber nicht nur dokumentarischen Charakter, sie spiegeln eine eigene Ästhetik wider. Als Ballonfahrer hatte Spelterini ein besonderes Gefühl zum Raum entwickelt, der Fotograf Spelterini konnte dieses durch seinen virtuosen Umgang mit Licht und Schatten im Bild festhalten.
Die vom schweizerischen Museum im Bellpark, Kriens konzipierte Ausstellung zeigt Originalabzüge und Neuabzüge von den erhaltenen Glasplatten Spelterinis, sowie Exponate, darunter einen von ihm benutzten Ballonkorb. Das Zeppelin Museum zeigt das Werk Spelterinis erstmals in Deutschland und ergänzt die Ausstellung mit Dokumenten zu dessen schillernder Persönlichkeit. Über seinen Werdegang ist bis in die 1880er Jahre kaum etwas bekannt, dann inszenierte er sich unter seinem Pseudonym in ganz Europa als Kapitän Spelterini und zog auf dem Höhepunkt der Ballonbegeisterung Tausende von Schaulustigen zu seinen Aufstiegen. Nach dem Ersten Weltkrieg erlebte er das Ende seiner Ära und starb 1931 verarmt und vergessen in Oberösterreich.
Ihr Ansprechpartner:
Jürgen Bleibler
Leiter Abteilung Zeppelin
Tel.: +49 (0) 7541-3801-23
Fax: +49 (0) 7541-3801-81
bleibler(at)zeppelin-museum.de
Ausstellung der ZF Kunststiftung
Sinje Dillenkofer, „CASES 2009-2010“, bis 11. Juli 2010
Für die Serie CASES fotografiert Sinje Dillenkofer die Innenansichten historischer Behältnisse, in denen Tafelsilber und Prunkgefäße aufbewahrt wurden. Sie fragt dabei subtil nach gesellschaftlichen Gepflogenheiten, kulturellen Wertvorstellungen, nach Schönheitsbegriff und Machtverhältnissen vergangener Epochen. Als 24. Stipendiatin der ZF Kunststiftung ist die Fotografin unter anderem in den Archiven der historischen Sammlung der ZF Friedrichshafen AG, des Zeppelin Museums Friedrichshafen und der Hofkammer des Hauses Württemberg fündig geworden.
Der Eintritt ist frei.
Ihre Ansprechpartnerin:
Regina Michel
regina.michel(at)zf.com
Samstag, 31. Juli, 10 Uhr
Gasballon-Aufstieg zur Erinnerung an Eduard Spelterini
Rahmenprogramm zur Wechselausstellung Eduard Spelterini – Fotografien
des Ballonpioniers
Am 31. Juli um 10 Uhr wird der Aufstieg zweier Gasballons auf der „Hüni-Wiese“ zu erleben sein (Startplatz „Hüni-Wiese“ ca. 500m östlich des Zeppelin-Museums, am Uferweg Richtung Rotach-Mündung, Parkplatz: Fährparkplatz). Zur Erinnerung an den schweizerischen Ballonpionier und Fotografen Eduard Spelterini, der 1898 als Erster die Alpen im Ballon überquerte, startet der Gasballon „Eduard Spelterini“, vom schweizerischen Team Ballonfrieden, Pilot Kurt Frieden, sowie ein Ballon der Ballonsportgruppe Stuttgart e.V., Pilot Albrecht Munz, auch er ein Alpenüberquerer im Ballon. Mit im Korb werden auch die beiden Gewinnerinnen unseres Spelterini-Preisausschreibens sein – wohin ihre Reise im Ballon an diesem Tag gehen wird, weiß nur der Wind; eine Fahrt über die Alpen ist aber nicht geplant...
Donnerstag, 1. Juli, 19 Uhr
„Die Ballonfahrerin des Königs“
Die Autorin Tania Douglas liest aus ihrem neuesten historischen Roman
Frankreich 1795. Um dem Schafott zu entgehen, versteckt sich die Adlige Marie Provence de Serdaine in einem verlassenen Schloss. Niemand weiß von ihrem Schwur, den eingekerkerten Königssohn zu befreien. Unter falscher Identität erlangt die Royalistin eine Stelle beim Arzt des Kindes. Hier kommt sie André Levallois näher, einem Pionier der Montgolfierenfahrt. In Marie reift der Plan, mithilfe seines Ballons den Gefangenen zu retten. Doch wird sich der bürgerliche André wirklich für ihre Pläne einspannen lassen?
Ein gut recherchierter historischer Roman, in dem die Ballonfahrt eine zentrale Rolle spielt – aber Dramatik und Liebe nicht zu kurz kommen.
Tania Douglas, geboren 1969 in der Vulkaneifel, ist in Frankreich aufgewachsen und lebt heute mit ihrem Mann und ihrem Sohn an der Deutschen Weinstraße. „Die Ballonfahrerin des Königs“ ist ihr dritter Roman.
Der Eintritt ist frei
Ihre Ansprechpartnerin
Sabine Mücke M.A.
Tel.: +49 (0) 7541 3801-29
Fax: +49 (0) 7541 3801-81
Donnerstag, 8. Juli, 19 Uhr
„Erste Ballonfahrt hinter dem Eisernen Vorhang im Prager Frühling 1968“
Vortrag von Wolfgang von Zeppelin
Wolfgang von Zeppelin berichtet über mehrere Ballonaufstiege, die er im Rahmen der Briefmarken-Weltausstellung PRAGA 68 im Mai und Juni 1968 mit dem Ballon BERNINA in Prag machte. Er erzählt in seinem bebilderten Vortrag - nicht nur aus der Sicht des Ballonfahrers – von diesen ereignisreichen Tagen: dem Zusammentreffen mit tschechoslowakischen Ballonfahrerkollegen, die nicht nur von Gas und Heißluft, sondern auch von der politischen Aufbruchsstimmung des „Prager Frühlings“ getragen wurden, von ihrer Gastfreundschaft und Ballonsportbegeisterung, von einer herrlichen Fahrt über die Prager Altstadt mit anschließendem Bad in der Moldau, von der Beförderung der ersten Ballonpost der tschechoslowakischen Post und von der Begegnung mit dem italienischen Luftschiffpionier Umberto Nobile.
Ein Jahr später, nach dem Einmarsch der Truppen des Warschauer Paktes war von Zeppelin anlässlich einer Ballonwettfahrt ein weiteres Mal in der damaligen CSSR und traf auf ein völlig verwandeltes Land – die Situation war beklemmend, viele Ballonsportfreunde waren geflohen, manches Schicksal blieb unbekannt. Den Epilog des Vortrags bildet dann ein Besuch in der Tschechei des Jahres 2008.
Ihre Ansprechpartnerin
Sabine Mücke M.A.
Tel.: +49 (0) 7541 3801-29
Fax: +49 (0) 7541 3801-81
Donnerstag, 29. Juli, 19 Uhr
„Eine Ballonfahrt über die Alpen“
Vortrag von Tomas Hora, Ballonsportgruppe Stuttgart e.V.
Mit Tomas Hora dürfen wir ein weiteres Mitglied der Ballonsportgruppe Stuttgart e.V. im Zeppelin Museum begrüßen. Der erfahrene Ballonpilot, Gordon-Benett-Teilnehmer und Leistungsfahrer Tomas Hora, der zu Fern- und Wettfahrten mit dem Gasballon schon in vielen Ländern Europas, in Amerika und in Dubai aufgestiegen ist, nimmt uns mit auf seine beiden Alpenüberquerungen im Ballon, die er 2006 – in 11 Stunden von Bitterfeld an den Gardasee - und 2008 - in 5 Stunden von Stuttgart nach Piacenza - unternommen hat. Er erzählt von den logistischen und organisatorischen Vorbereitungen, dem Warten auf die geeignete Wind- und Wettersituation, erklärt Material, Ausrüstung und Technik, und er zeigt natürlich auch beeindruckende Bilder seiner Alpenfahrten.
Ihre Ansprechpartnerin
Sabine Mücke M.A.
Tel.: +49 (0) 7541 3801-29
Fax: +49 (0) 7541 3801-81
20. Kunst-Freitag Friedrichshafen
9. Juli 2010 von 19 bis 24 Uhr
Am 9. Juli 2010 ist es wieder soweit: Zeppelin Museum Friedrichshafen, Kunstverein Friedrichshafen, ZF Kunststiftung, Kulturbüro Friedrichshafen, Galerie Bernd Lutze, Plattform 3/3, Kunst-Bus und JazzPort laden von 19 bis 24 Uhr zum Kunst-Freitag ein und bieten den Besuchern zum 20. Mal ein abwechslungsreiches Programm außerhalb der gewohnten Öffnungszeiten. Eröffnet wird der 20. Kunst-Freitag um 19 Uhr von Bürgermeister Peter Hauswald im Kiesel des Medienhauses k42. Zur Einstimmung hält Konrad Bitterli, Kurator am Kunstmuseum St. Gallen, einen kurzen Vortrag zum Thema “Kunst im Bodensee – Kunst um den Bodensee: Kooperationen und Perspektiven”.
Im Zeppelin Museum Friedrichshafen kann die Wechselausstellung „Eduard Spelterini – Fotografien des Ballonpioniers“ besucht werden. Die Ausstellung zeigt neben Originalabzügen und Neuabzügen von den erhaltenen Glasplatten Eduard Spelterinis auch dreidimensionale Exponate, darunter einen von ihm benutzten Ballonkorb. Das Team des Zeppelin Museums bietet ab 20 Uhr stündlich Kurzführungen durch die Ausstellung.
Das musikalische Highlight des Abends veranstaltet der JazzPort. Ab 21 Uhr spielen Canta Brazil einen Mix aus Bossa Nova, Samba und Jazz unter der Zeppelinrekonstruktion im Zeppelin Museum.
Zum 1. April 2010 trat das erste Highlight der Neukonzeption ans Licht: der neue Medienraum. Ein neu verfasster Infofilm aus historischen Aufnahmen nimmt den Besucher mit auf eine Reise durch die Zeppelingeschichte und erklärt unterhaltsam tragende Strukturen und Innenausstattung der Luftgiganten. Zweite Attraktion ist die 3-D-Show. Ein Teil der Aufnahmen ist bereits in der Zeppelinzeit im Schwarz-Weiß-Stereoskop-Verfahren aufgenommen worden, andere wurden jetzt für die 3-D-Präsentation digital aufbereitet. In dieser Show werden die Riesen der Lüfte wieder lebendig – ein einmaliges Erlebnis!
Der neue Medienraum empfängt die Besucher mit einer Neunmeter-Leinwand. Drei Beamer sorgen für räumliche Wahrnehmung der Zeppeline. Die Medientechniker entschieden sich aufgrund der historischen dreidimensionalen Schwarz-Weißaufnahmen für die klassische Rot-Grün-Selektion zur 3D-Darstellung. Die Folge sind brillant scharfe Bilder. Der Medienraum ist durch ein signifikant gestaltetes Portal von der Eingangshalle aus zu erreichen. Flachbildschirme informieren über das Filmprogramm, so dass die Besucher jederzeit ihren Filmbesuch einplanen können. Aus dem Medienraum, der mit LED-Lichttechnik dem Thema angepasste Stimmungen erzeugt, lässt sich wahlweise die Dauer- oder die Wechselausstellung besuchen. Letztere wird durch ihre bessere Einbindung in den Museumsrundgang vom Besucher nicht länger übersehen.
Ab Anfang Mai bis Ende Oktober
Jeweils samstags um 14 Uhr Führung durch die Dauerausstellung „Technik und Kunst“
und
jeweils samstags um 15.30 Uhr Führung durch die Wechselausstellung (während der Laufzeit der Wechselausstellungen)
Eduard Spelterini – Fotografien eines Ballonpioniers
21. Mai. – 29. August, Dauer 60 Minuten
Treffpunkt: Eingangshalle
Kosten: Eintrittskarte
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Ihre Ansprechpartnerin:
Gudrun Knapp
Führungsorganisation
Tel.: +49 (0) 7541 3801-25
Fax: +49 (0) 7541 3801-88